Frauentag: Weg mit den Hürden

20100306 Frauen räumen Hürden weg

Auch 2010 besteht in Österreich weiterhin großer Handlungsbedarf bei der Gleichstellung von Frauen in allen Lebensbereichen. Vor allem im Burgenland gibt es noch eine Menge zu tun.

Bei  den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen rangiert Österreich unter den Letzten aller 27 EU-Länder. Bei Spitzenjobs ist die Situation nicht besser – vor allem auch im Burgenland.

Anlässlich des internationalen Frauentages räumen die Grünen Frauen Burgenland symbolisch die Hürden beiseite, die der Chancengleichheit der Frauen weiterhin im Wege stehen.

Hürde 1:  Frauenbenachteilung in der Erwerbsarbeit

Frauenkurzarbeit namens Teilzeit

Während aufgrund der Wirtschaftskrise viele Menschen in Kurzarbeit geschickt worden sind, befänden sich Frauen ständig in Kurzarbeit – in Teilzeitbeschäftigung, die im Gegensatz zur Kurzarbeit nicht finanzielle abgefedert wird.  Die Folgen von Teilzeitarbeit sind weniger Einkommen und weniger Pension. Dieses Problem trifft vor allem Frauen.

Die massive Zunahme von erwerbstätigen Frauen erfolgte ausschließlich auf der Zunahme von Teilzeitarbeit – und das auf Kosten von vollzeitbeschäftigten Frauen. Die Gründe dafür sind bekannt. Ein geringes Jobangebot in der näheren Umgebung, schlechte Erreichbarkeit regionaler und überregionaler Zentren mittels öffentlichen Verkehr, familienfeindliche Arbeitszeiten und mangelnde Branchendiversifikation sind Ursachen für die derzeitige Situation.

Grüne Forderungen

  • Halbe/halbe bei der Haus- und Kinderbetreuungsarbeit für Männer. Um die zeitliche Belastung von Frauen einzuschränken, muss auch beim gesellschaftlichen Rollenbild angesetzt werden. Dazu brauchen wir Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit.
  • Mehr Informations- und Berufsorientierungsarbeit in den Schulen hinsichtlich Ausbildung
  • Ausreichende Öffnungszeiten für Kinderbetreuungseinrichtungen, incl. Mittagstisch
  • Einrichtung von Kindergartenbussen, vor allem für stark zersiedelte Gemeinden
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs, vor allem im Südburgenland

Hürde 2: Frauen verdienen um 25 Prozent weniger als Männer

Die Gründe für die ungleichen Einkommen sind vielfältig: Ungleiche Verteilung von unbezahlter und bezahlter Arbeit, Berufswahl und Einkommensdiskriminierung, um nur einige zu nennen.

Die Grünen fordern deshalb:

  • Ein gezieltes Maßnahmenpaket zur Reduktion der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern
  • Die Unterstützung von Mädchen bereits bei der Berufsfindung
  • Eine Lohnpolitik, die sich vor allem für Lohnerhöhungen in den niedrig bezahlten „Frauenbranchen“ einsetzt
  • Ein gesetzlicher Mindeststundenlohn von 7,25 Euro brutto/Arbeitsstunde
  • Die Bindung der Wirtschaftsförderung an Frauenförderung im Betriebe

Hürde 3: Keine Chance für Frauen in Entscheidungspositionen

Johanna Dohnals Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern hat in der Burgenländischen SPÖ offenbar überhaupt keine Spuren hinterlassen. Die SPÖ ignoriert ihre Frauen und stellt sie in die dritte oder vierte Reihe. Unter den ersten sieben SP-Landeslistenplätzen befindet sich lediglich eine einzige Frau auf Platz vier. Nicht besser bei den SP-Bezirkslisten: auf fast allen befindet sich lediglich eine Frau unter den ersten 5 Plätzen und das erst auf dem 3. Listenplatz. Das ist ein Schritt in die frauenpolitische Steinzeit. Bei der ÖVP ist es noch schlimmer. Da wird nach der Wahl maximal eine Frau im Landtag sitzen.

Auf der Landesliste der Grünen finden sich sechs Frauen auf den ersten zehn Listenplätzen, auf allen Bezirkslisten sind zwei der ersten drei Listenplätze mit Frauen besetzt. Während die anderen Parteien Frauen hauptsächlich auf den Sankt Nimmerleinstag vertrösten, ist Frauengleichstellung bei den Grünen längst Realität.

Frauenanteil im burgenländischen Landtag

Landtagspräsidium – 0% (7 Männer), Regierungsmitglieder – 28% (2 von 7 insgesamt),

Landtagsabgeordnete:  SPÖ – 21% (4 von 19 insgesamt), ÖVP – 15% (2 von 13 insgesamt), Grüne – 50% (1 von 2 insgesamt), FPÖ – 50% (1 von 2 insgesamt)

Grüne Forderungen:

Verbindliche Frauenquoten von 50% in allen politischen Gremien der Volksvertretung.

  • Die Bindung eines Teils der Parteien- und Klubförderung an paritätisch besetzte KandidatInnenlisten (Reißverschlussprinzip)
  • Verstärkte Maßnahmen zur Förderung der politischen Beteiligung von von Frauen.

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