** Das Ziel
Das Ziel: Die globale Erwärmung auf 2°C begrenzen
Um den Klimawandel in beherrschbaren Grenzen zu halten, haben sich die G8-Staaten mit Blick auf die Erkenntnisse des Weltklimarats darauf geeinigt, dass der globale Temperaturanstieg 2°C nicht übersteigen darf.
Wenn die Delegierten in Kopenhagen um eine politische Einigung ringen, wird es einen Partner geben, der nicht mit sich verhandeln lässt: die Atmosphäre. Deshalb treten die Grünen für eine wissenschaftsbasierte Reduktion von Treibhausgasen ein. D.h. wir akzeptieren, dass die Vorgaben, um wie viel wir unsere globalen Emissionen senken müssen fix sind. Wie wir das machen – und nicht ob oder wie viel wir machen – das ist Verhandlungsgegenstand in Kopenhagen.
Die neuesten Erkenntnisse aus der Klimawissenschaft hat hierzu der Weltklimarat (International Panel on Climate Change – IPCC) in seinem 4. Sachstandsbericht
(AR 4) zusammengefasst: Um die Erwärmungsbegrenzung von zwei Grad Celsius mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent zu erreichen, muss bis spätestens 2015 eine Trendwende hin zu einem absoluten Absinken der globalen Treibhausgas-emissionen vollzogen werden und dann rasch absinken.
Die hierfür aktuellen Reduktionsempfehlungen des IPCC bewegen sich für die Industrienationen zwischen minus 25% bis minus 40% bis 2020 und zwischen minus 80% bis minus 95% bis 2050. Auf globaler Ebene empfiehlt der IPCC bis 2050 ein Reduktion um 50% bis 80% – immer im Vergleich zum Wert von 1990. Die Grünen bekennen sich zu den höheren Reduktionszielen dieser Bandbreiten, um mit einer Wahrscheinlichkeit von über 66% unter einer Erwärmung von 2°C zu bleiben.
Die Grünen betonen ausdrücklich, dass eine niedrigere Erwärmungsobergrenze von maximal 1,5°C speziell für die vom Klimawandel am härtesten getroffenen Regionen, wie z.B. die kleinen Inselstaaten und Bangladesch angemessen wäre.
Die notwendigen Reduktionsziele weltweit
Die Grünen treten dafür ein, Emissionsminderungsziele in Kopenhagen auf der Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnissen des Weltklimarats festzulegen. Im Klartext: Es muss weltweit soviel reduziert werden, dass eine gefährliche Klimastörung abgewendet wird (siehe oben). Aber wie sollen diese absoluten Reduktionsziele unter der Berücksichtigung der Klimagerechtigkeit auf die unterschiedlichen Länder aufgeteilt werden? Die Grünen fordern – global, für die Industrienationen, für die EU und für Österreich – die verbindliche Verpflichtung auf die folgenden Emissionsziele:
| Bis 2020 | Bis 2050 | |
| Welt | Höhepunkt der Emissionen vor 2015 | - 80% Treibhausgase
60% erneuerbare Energie |
| Industrienationen | - 40%* Treibhausgase | - 95% Treibhausgase
80% erneuerbare Energie |
| EU | - 40% Treibhausgase | 100 % erneuerbare Energie |
| Österreich | - 40% Treibhausgase | 100% erneuerbare Energie |
* Basisjahr immer 1990
Mindestziele für Erneuerbare Energien und Ökostromunterstützung
Die Grünen fordern analog zu den 20/20/20-Zielen der EU und neben den Emissionsreduktionszielen auch auf globaler Ebene stetig steigende Mindestziele für erneuerbare Energien.
Der Anteil Erneuerbarer Energie am Weltprimärenergieverbrauch sollte bis 2020 mindestens 20% betragen und bis 2050 auf 60% ansteigen. Speziell für den Strombereich sind solche Ausbauziele notwendig um eine mögliche Atomrenaissance zu verhindern. Die alleinige Bepreisung von CO2-Emissionen macht die Atomenergie rentabler. Daher sollten in Kopenhagen Mindestziele für den Anteil erneuerbarer Energie im Strombereich von global 30% bis 2020 und 80% bis 2050 festgelegt werden.
(Bild: http://mollymintz.com/global_warming.html)

