** Gefahren – Was nicht funktioniert

Die Gefahr: Risikotechnologien im Klimaschutz


Atomkraft hat im Klimaschutz nichts zu suchen


images-1 Atomenergie ist teuer, riskant und nicht geeignet, einen substantiellen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Grünen lehnen daher jegliche direkte oder indirekte Unterstützung der Atomkraft ab und treten für einen möglichst raschen globalen Ausstieg aus dieser Risikotechnologie bis spätestens 2030 ein.

In Kopenhagen droht die Anerkennung von Kernenergie als sogenannter „flexibler Mechanismus“ (siehe unten) zur Erreichung der Treibhausgasminderungsziele in einem Kyoto-Nachfolge-Abkommen.

Für die Grünen ist klar: Atomkraft muss aus den projektbezogenen flexiblen Mechanismen wie Clean Development Mechanism (CDM) ausgeschlossen bleiben und darf auch nicht aus dem neuen Transfertopf für Adaption, Mitigation und Kompensation (s.u.) unterstützt werden. Außerdem fordern die Grünen, dass Österreich keine weiteren Emissionszertifikate aus Ländern mit Atomkraftwerken ankauft, weil auch das eine indirekte Unterstützung von Atomkraftwerken bedeutet. Derzeit kauft Österreich aufgrund unserer katastrophalen Klimabilanz Emissionszertifikate aus Tschechien – das bedeutet zumindest indirekte Förderung der Atomkraft (z.B. Temelin). Landwirtschaftsminister Berlakovich muss das SOFORT einstellen!!

5-Parteien-Antrag zum Thema

CO2-Abscheidung und -lagerung (CCS)

Das gleiche wie für die Atomenergie gilt für die neue Risikotechnologie der Abscheidung und Endlagerung von fossilem Kohlendioxid (englisch: Carbon Capture and Storage).  Das erklärte Ziel von CCS ist es Kohlekraftwerke emissionsärmer zu machen, indem sie das Kohlendioxid (CO2) am Kraftwerk abscheidet und im Untergrund endlagert.

Ungeklärte Haftungsfragen, permanente und plötzliche Leckagen von CO2, ein hoher Energieeinsatz, hohe Kosten im Vergleich zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz sowie die zu erwartende sehr späte Einsatzmöglichkeit von fossilem CCS in 10-20 Jahren sprechen gegen diese teure Risikotechnologie.  Daher muss fossiles CCS genau wie die Atomkraft aus den projektbezogenen Mechanismen wie CDM-Projekten ausgeschlossen bleiben. Weiters sollten keinerlei Fördermittel für fossiles CCS zur Verfügung gestellt werden, weder auf globaler Ebene, noch in der EU oder in Österreich.

Was nicht funktioniert

Das Kyoto-Protokoll erlaubt Staaten, ihre Reduktionsziele zum Teil durch Investitionen in Emissionsreduzierungsprojekte in anderen Ländern (CDM/JI) oder durch den Zukauf von Zertifikaten aus dem Emissionshandel erfüllen. Ziel dieser sogenannten „flexiblen Mechanismen“ ist es, den Klimaschutz kosteneffizienter gestalten, indem maximale Emissionsminderungen dort realisiert werden, wo sie am kostengünstigsten erreicht werden können.

Emissionszertifikatehandel

Der Emissionszertifikatehandel ist ein marktwirtschaftliches Instrument zum Klimaschutz. EU-weit handelbare Emissionszertifikate berechtigen zur Emission von je einer Tonne CO2. Durch die Kontingentierung der Zertifikate soll eine Verknappung herbeigeführt und langfristig klimafreundliche Innovation in der Industrie fördern.
Das Ziel, CO2-Emissionen über Handel zu reduzieren, wurde allerdings bislang verfehlt. Durch das Überangebot von Zertifikaten in der EU sank der Preis von über 20 auf 0,07 Euro. Die Energiefirmen machten zum Teil astronomische Gewinne, Anreize zur Emissionsverringerung gab es nicht.

Klimaschutz „zu Hause“  vs. Handel mit Verschmutzungsrechten

In der Praxis hat sich gezeigt, dass die – oft ökologisch und sozial fragwürdigen CDM-Projekte (auch „offsets“ genannt) – und der Emissionshandel nur wenig wirkliche Emissionsminderungen bringen. Ebenfalls problematisch: je weniger CO2-Einsparungen wir heute in Österreich vornehmen, desto mehr legen wir uns auf einen fossilen Entwicklungspfad fest. Die Grünen sprechen sich daher für den Klimaschutz „zu Hause“ aus.

Wenn man Energieautarkie ernst nimmt und auch die Vorteile von heimischem Klimaschutz (wie Schaffung von Arbeitsplätzen in Zukunftstechnologien, Energieunabhängigkeit etc.) nutzen will, dann muss sich Österreich zu 100% Klimaschutz im Inland bekennen. Zusätzlich sollte sich Österreich dafür einsetzen, dass global alle Staaten mit verbindlichen Reduktionszielen bis 2020 zu mindestens 80% Klimaschutz im Inland verpflichtet werden und nur 20% zusätzlich durch Emissionshandel und offsets möglich sind.

(Bild: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,grossbild-977270-522113,00.html)